08.08.2026 08:00 Uhr
Alle Personen
Mit: Mareike Bra40210, Thomas Beck28195, Ralf Eng01067, Verena Schu28195
#Style-graphic-noir:
Mareike bleibt mitten im Keller stehen, die Taschenlampe in der einen Hand, den alten Metallkasten in der anderen. Der Deckel …
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Mareike bleibt mitten im Keller stehen, die Taschenlampe in der einen Hand, den alten Metallkasten in der anderen. Der Deckel springt auf, als hätte er nur auf ihren Atem gewartet. Darin sitzt kein vergilbtes Foto, kein Schmuck, kein Staubschatz, sondern ein aufrecht zusammengefalteter Humanoid mit warm schimmernden Gelenken und einem runden Gesicht aus gebürstetem Metall. Als seine Augen aufleuchten, sagt er mit einer Stimme, die Mareike sofort ein Kribbeln in den Bauch jagt: „Du gehst immer noch zu schnell die Treppe runter, Mareike. Genau wie deine Großmutter.“ Thomas stößt einen Pfiff aus. „Also bitte, das ist doch der verrückteste Kellerfund des Jahres.“ Ralf beugt sich vor, als könnte er mit bloßem Hinsehen herausfinden, wie so etwas funktioniert. Verena bleibt einen Schritt zurück, aber seine Augen glänzen vor Neugier. Mareike dagegen hat plötzlich beide Hände fest um den Kasten gelegt. Denn dieser Roboter, der sich jetzt langsam aufrichtet und sich mit einer kleinen, eleganten Verbeugung vorstellt: „Ich bin Ruvin“, kennt nicht nur ihren Namen. Er nennt auch den Spitznamen, mit dem sie als Kind auf dem Hof gerufen wird, und das macht die Luft im Keller auf einmal ganz still. Mareike schluckt. „Ruvin… du klingst wie Opa, wenn er am Küchentisch über alte Werkzeuge schimpft.“ Der Roboter neigt den Kopf. „Dann hat er mir gute Sätze hinterlassen.“ Seine Hände öffnen sich, fünf bewegliche Finger an jeder Seite, und er zeigt auf einen schmalen Schlitz im Kastenboden. „Hier ist etwas verborgen. Nicht zufällig. Absichtlich.“ Ralf zieht ein kleines Diagnosegerät aus dem Rucksack, das er immer dabei hat, wenn irgendetwas knifflig wird. Verena hält die Lampe so, dass der Schatten nicht mehr über den Boden kriecht. Thomas kniet sich daneben und sagt: „Wenn das hier ein Rätsel ist, dann lösen wir es gemeinsam. Ohne Drama, na ja, vielleicht mit ein bisschen Drama.“ Das Drama kommt schneller als gedacht. Der Kasten gibt ein leises Knacken von sich, aber der Mechanismus sitzt fest wie eine verrostete Zunge. Ralf tippt auf den Rand, horcht, misst, runzelt die Stirn. „Da ist eine alte Sperre. Nicht kaputt, nur verklemmt.“ Ruvin beobachtet seine Bewegungen genau. Dann sagt er: „Früher hat man solche Verschlüsse mit Druck von links und einer Drehung nach oben gelöst. Nicht mit Gewalt. Mit Geduld.“ Mareike sieht ihn an, als würde sie plötzlich ein Familienalbum in Bewegung sehen. Sie legt die Hand an die Stelle, die Ruvin nennt, spürt das kalte Metall und eine kleine Rille, die sie allein nie bemerkt hätte. Thomas zählt leise: „Eins, zwei… jetzt!“ Verena zieht gleichzeitig den Hebel, den Ralf freigelegt hat, und der Boden des Kastens springt auf. Im Inneren liegt kein Schatz aus Gold, sondern eine flache Dose und ein zerknitterter Papierstreifen. Mareike nimmt beides heraus, als wären es zerbrechliche Geheimnisse. Auf dem Papier steht keine lange Erklärung, nur eine Skizze des alten Hauses und ein Pfeil zum Gartenbrunnen. Ruvin lächelt, und in diesem Lächeln steckt etwas sehr Vertrautes, fast als hätte jemand eine alte Familiengeste neu zusammengesetzt. „Dein Vorfahr“, sagt er sanft, ohne den Namen auszusprechen, „hat Dinge gern an Orten versteckt, an denen man sie erst nach einem Umweg versteht.“ Mareike lacht plötzlich, obwohl ihr fast die Augen feucht werden. „Das klingt sehr nach unserer Familie.“ Draußen im Garten ist die Luft kühl und riecht nach nasser Erde. Die vier rennen nicht, sie eilen, vorsichtig und aufgeregt zugleich, als könnten sie ein altes Versprechen wecken. Verena hält die Dose fest, Ralf vergleicht die Skizze mit den Steinen am Brunnenrand, Thomas schiebt einen Efeuzweig beiseite, und Mareike geht direkt neben Ruvin, als wäre es das Natürlichste der Welt. Am Brunnen finden sie unter einer losen Platte einen kleinen Messingring mit einer eingeritzten Spirale. Ruvin berührt ihn nicht, er zeigt nur darauf und sagt: „Genau hier hat jemand gewartet, dass alle zusammenkommen.“ Mareike steckt den Ring ein, blickt zu den anderen und grinst durch ihre Rührung hindurch. „Alle Personen“, sagt sie leise, „waren wohl nie so passend wie heute.“ Und Ruvin antwortet: „Dann ist das Rätsel endlich am richtigen Ort angekommen.“ weniger
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